Protest vor der JVA Untermaßfeld zum 1. Mai

Vor der Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld (nahe Meiningen) demonstrierten etwa 20 Aktive, welche sich solidarisch mit den Gefangenen zeigten. Es wurde auf die besondere Situation der Insassen, während der Coronakrise aufmerksam gemacht. Ein Redner der Gefangenen-Gewerkschaft GG/BO bzw. deren Soligruppe aus Jena erläutert, dass in anderen Bundesländern etwa die Möglichkeit für eine Haftunterbrechung besteht. Ebenfalls dabei war Christian Horn von den Piraten aus Meiningen. Im Vorfeld hatte die Piratenpartei Thüringen einen offenen Brief einer Angehörigen bekommen, welcher unten dokumentiert wird und die ernste Lage ausführlich beschreibt. Es berichtete bereits die lokale Presse:
https://www.insuedthueringen.de/region/meiningen/meiningen/Mai-Demonstration-vor-der-JVA-Untermassfeld

Erste-Mai-Kundgebung vor der JVA Untermaßfeld

GG/BO-Soligruppe Jena demonstiert vor der JVA Untermaßfeld

Offener Brief: Solidarität gegenüber den Häftlingen in Thüringen

Sehr geehrte Piraten Thüringen,

bitte helft uns. Wir stoßen nur auf taube Ohren bei dem Justizministerium und Bodo Ramelow anscheinend auch. Wir sind einige Angehörige von Häftlingen und bitten um dringende Hilfe aus den Reihen der Politik. Die der Zeit der Corona-Pandemie veranlasst es mich, ihnen zu schreiben.
Mein Anliegen betrifft die Häftlinge in den JVA’s hier bei UNS IN THÜRINGEN, für das sie seit dem wir sie letztens Jahr gewählt haben, genauso mit zuständig sind.
Die Häftlinge können sich nicht ausreichend vor dem Corona-Virus schützen, sie können den Mindestabstand von 1,5m in den Zellen, die ja meist mit zwei, drei und mehr Häftlingen enthalten, nicht gewährleisten.
Desinfektionsmittel werden nicht ausgegeben aus Bedenken, dass es als Rauschmittel verwendet wird. Die Ärztliche und Medizinische Versorgung ist auch nicht ausreichend gewährleistet bei den JVA-Insassen, Ärzte die sagen wir brauchen niemand testen ich sehe, ob jemand Corona hat, bestärken da mein Anliegen an sie zu handeln.
Ich mache mir große Sorgen um das Wohl der Insassen. Könnte man nicht wie in anderen Bundesländern bereits, eine Haftunterbrechung auch in der Thüringer Justiz beschließen?
Es geht um Menschenleben. Klar sie sind nicht ohne Grund in den Haftanstalten. Aber es gibt doch ein Unterschied zwischen Schwerkriminellen ( Sexualstraftäter, Mörder usw.) und Kleinkriminellen (Geldstrafe, fahren ohne Führerschein usw.), die wesentlich kürzere Strafen verbüßen müssen und deren Haftunterbrechung kein Risiko für die Allgemeinheit wäre.
Sie wollen doch nicht erst auf Aufstände und Rebellionen warten wie in Italien und damit noch längere Haftzeit für die Insassen realisieren oder?
Auch Diese Menschen möchten zu ihren Familien, sie haben Angst um ihre Lieben und diese auch wiederum um die Häftlinge. Ängste, die wenn man sich die Zahlen der Infizierten und der Todesfälle ansieht, wohl inzwischen mehr als verständlich sind.
WARUM wird auf die Forderung GG/BO und der Familien nicht eingegangen?
Wäre es nicht sinnvoller, Maßnahmen in die Richtung der Entlassungen, wenn auch nur kurzfristig zu unternehmen, um die Justiz zu entlassen, die ohne hin schon Personalmangel hat durch die Pandemie und Platz für Quarantäne Patienten zu schaffen?!!
Können sie mir bitte sagen wie die weiteren Maßnahmen zur Sicherheit von ihrer Seite aussehen sollen und wann endlich gehandelt wird?
Es geht um viele Leben und geliebte Menschen.
Ich bitte sie und FORDERE SIE zugleich auf endlich zu reagieren , zu handeln und Lösungen zum Wohl aller zu finden bevor es zu spät ist.

LG S. Lang


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